Wirkungen der Produktion von Erdölsubstituten aus Biomasse auf den Agrarsektor in der Schweiz

Untersuchung zu Handen des Bundesamtes für Landwirtschaft

Die Untersuchungen analysieren die Rolle der Landwirtschaft als potentielle Lieferanten von Bioenergie. Die Studie baut auf ökonomischen Analysen der Nahrungsmittel- und Energieproduktion auf, wobei sowohl Preiseffekte auf den Energiemärkten als auch auf den Agrarmärkten untersucht werden.

Wirkungen der Produktion von Erdölsubstituten aus Biomasse auf den Agrarsektor in der Schweiz

Für die Produkte Biodiesel aus Raps, Bioethanol aus Mais sowie Zuckerrüben und für Heizgetreide werden jeweils die Kipp-Punkte mit einem integrierten landwirtschaftlichen Allokationsmodell (S_INTAGRAL) berechnet. Die Punkte zeigen, welche Preissteigerung bei den fossilen Energieträgern notwendig ist, damit die Biokraftstoffe konkurrenzfähig werden. Die Dieselpreise müssten lediglich 0.1 - 0.5 CHF/lt steigen, damit der Biodiesel in der Schweiz konkurrenzfähig wäre. Für eine wettbewerbsfähige Produktion von Bioethanol beziehungsweise Heizgetreide wäre eine Preissteigerung des Benzins von 0.5 -1.2 CHF/lt und beim Heizöl sogar eine Preissteigerung von 100% notwendig.

Je nach Szenario würde die Biokraftstoffproduktion 7-30% der landwirtschaftlichen Nutzfläche beanspruchen, wobei aber nur 0.5% bis maximal 7% des fossilen Energiebedarfs in der Schweiz substituiert werden könnte. Die effektive Produktion von Biokraftstoffen ist dabei abhängig von den Opportunitätskosten für Agrargüter. Die Schweizer Agrarwirtschaft könnte erst ab einem Treibstoffpreis von 2.7 CHF/lt von einem höheren Einkommen profitieren. Zumindest könnte mit einer ackerbaubasierten Biodieselproduktion im Umfang von 6% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bereits der gesamte landwirtschaftliche Treibstoffverbrauch gedeckt werden. Die Nutzung des Biotreibstoffes für landwirtschaftliche Maschinen könnte einen Beitrag zur inländischen Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln leisten, ohne dabei auf fossile Treibstoffe angewiesen zu sein.


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Letzte Änderung 16.09.2015