Sozial-ökologische Bewertung der stationären energetischen Nutzung von importierten Biokraftstoffen am Beispiel von Palmöl

Der vorliegende Bericht zeigt die Aspekte des internationalen Handels am Beispiel von Palmöl auf. Es wird auf soziale und ökologische Auswirkungen, auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des internationalen Handels sowie auf die Nutzungsarten von Palmöl eingegangen.

Sozial-ökologische Bewertung der stationären energetischen Nutzung von importierten Biokraftstoffen am Beispiel von Palmöl

Der Import von erneuerbaren Energieträgern ist einerseits eine Reaktion auf die tieferen internationale Preise für biogene Kraftstoffe und andererseits auf die höhere Bioproduktivität in tropischen Gebieten. Durch die Rodung von Regenwäldern für neue Anbauflächen kann die Freisetzung von Klimagasen so hoch sein, dass selbst die ertragsstarke Ölpalme dies nicht kompensieren kann. Gesamthaft gesehen schneidet die Palmölpflanze bezüglich Klimagasen, wegen der höheren Produktivität im tropischen Gebiet, trotzdem besser ab, als der europäische Raps. Aus sozialer Sicht sind Palmölplantagen nicht nachhaltig, weil die energetische Nachfrage nach Agrarprodukten die Preise für Grundnahrungsmittel steigen lässt und indigene Völker in ihrer traditionellen Existenz eingeengt werden.

Derzeit wird die Nachfrage nach Palmöl vor allem durch den Blockheizkraftwerk-Markt angeregt. In Zukunft könnte jedoch die Nachfrage nach Palmöl durch den Biokraftstoffmarkt von Fahrzeugen steigen. Mittlerweile werden für die stationäre Nutzung modifizierte Brenner für Heizungsanlagen angeboten. Aus Sicht der Anbauländer kann eine Erschliessung des internationalen Palmölmarkts mit wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen verbunden sein. Sie erhoffen sich eine stetig wachsende Nachfrage nach Palmölprodukten. Palmöl als Energieträger hat unter entsprechenden Voraussetzungen ein grosses Potenzial, fossile Energie und Treibhausgase einzusparen und darüber hinaus nachhaltig produziert zu werden. Allerdings können die bisherigen Produktionspfade noch nicht durchgängig als nachhaltig bezeichnet werden.


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Letzte Änderung 16.09.2015