Neu rechnen kann sich lohnen

Veränderte Rahmenbedingungen

Im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung der Stromversorgungsverordnung ist ein Landwirtschaftsbonus für Biogasanlagen vorgesehen. Bei einem maximalen Energiepflanzenanteil von 20% und einem günstigen Kostenmanagement kann eine landwirtschaftliche Biogasanlage eine Rentabilität abwerfen, die eine Konkurrenz zur Futtermittelproduktion auslösen könnte.

Neu rechnen kann sich lohnen

Der Artikel fasst eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART Bericht 676) zusammen. Die Frage der Wirtschaftlichkeit von Energiemais wird anhand einer Modell-Biogasanlage untersucht. In dieser Anlage wird neben 5'000m3 Gülle (von ca. 207 Grossvieeinheiten) ein zunehmender Anteil an Energiemais vergoren. Der Energiepflanzenanteil wird schrittweise von 10% auf 30% angehoben.

Die Resultate zeigen, dass eine Biogasanlage einem Energiepflanzenanteil von nur 10% auch mit dem Landwirtschaftsbonus nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Ab einem Energiepflanzenanteil von 20% kann die Anlage mit einem Gewinn betrieben werden. Beim Wegfall des Landwirtschaftsbonus ist der wirtschaftliche Betrieb der Anlage nicht mehr möglich. Folglich entscheidet der festgelegte maximale Energiepflanzenanteil massgeblich darüber, ob der Betrieb einer Anlage mit Landwirtschaftsbonus wirtschaftlich ist oder nicht. Bei einem maximalen Energiemaisanteil von 20% und einem günstigen Kostenmanagement kann eine landwirtschaftliche Biogasanlage mit Hofdünger und Energiemais eine Rentabilität abwerfen, welch eine Konkurrenz zur Futtermittelproduktion auslösen könnte. Dieses Szenario wird umso wahrscheinlicher, je tiefer der Preis für Futtermais in der Zukunft zu liegen kommt. Eine solche Konkurrenzsituation kann bereits in Deutschland beobachtet werden.


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Letzte Änderung 16.09.2015