Die Entzauberung der Biotreibstoffe

Treibstoffe aus Biomasse stehen heute in der Kritik. Nicht nur die Umweltbilanz dieser Treibstoffe ist schlechter als lange angenommen, sie sind auch eine Konkurrenz zu Lebensmitteln, welche in manchen Teilen der Welt dringend benötigt werden. Die künftige Bedeutung der Biotreibstoffe ist deshalb offen.

Die Entzauberung der Biotreibstoffe

Das Dossier gibt einen Überblick zur Geschichte von Biotreibstoffen und zu Biogas. Die Produktionsweise sowie die Vor- und Nachteile von Bioethanol, Biodiesel und Biogas sind dargestellt. Im Weiteren wird die Umweltbilanz von Biotreibstoffen kritisch diskutiert und die staatlichen Fördermassnahmen in der Schweiz, der EU, den USA und Brasilien verglichen. Es folgt eine Potenzialabschätzung für Biotreibstoffe in den genannten Ländern, wobei. verschiedene Produktionstechnologien der 1. und 2. Generation berücksichtigt werden.

In Brasilien und in den USA wird der steuererleichterte Biotreibstoff dem Benzin und Diesel zugemischt. Dadurch steigt der Anreiz ein Flexi-Fuel Auto zu kaufen, welches sich mit einer beliebigen Mischung aus Bioethanol und fossilem Benzin betreiben lässt. Biotreibstoffe zeigen jedoch teilweise eine schlechte Umweltbilanz bezüglich Treibhausgasemissionen auf. In der Schweiz trat am 1. Juli 2008 das revidierte Mineralölsteuergesetz in Kraft. Darin sind ökologische und soziale Kriterien definiert, um von der Mineralölsteuer befreit zu werden. Grosse Forschungsanstrengungen werden für die Biotreibstoffe der 2. Generation getätigt. Diese werden aus zellulose- und ligninhaltigen Pflanzen wie Holz oder Gras hergestellt und konkurrenzieren somit die Nahrungsmittelproduktion nicht mehr unmittelbar. Ein weiteres Forschungsgebiet ist es, Algen und Mikroorganismen gentechnisch so zu verändern, dass sie aus pflanzlichen Abfallstoffen Verbindungen herstellen, die den fossilen Treibstoffen ähnlich sind.


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Letzte Änderung 16.09.2015