Biogas-Messprogramm II

61 Biogasanlagen im Vergleich

Seit 2004 wird in Deutschland im Rahmen des Gesetzes zu Erneuerbaren Energien (EEG) ein finanzieller Anreiz pro eingespeiste Kilowattstunde Strom bei Biogasanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) gewährt. Dieser hat den Bau sehr vieler Neuanlagen bewirkt. Ziel des Biogas-Messprogramms II war es, für eine repräsentative Anzahl von Biogasanlagen in Deutschland, eine Bewertung von Leistung, Funktion, Betriebszuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Anlagensysteme durchzuführen.

Biogas-Messprogramm II

Auf Basis einer Fragebogenaktion an 413 Biogasanlagen zur Erfassung technischer und substratbezogener Daten wurden 61 repräsentative Anlagen mit unterschiedlichen Betriebsweisen ausgewählt und miteinander verglichen. Zum Vergleich der Anlagen wurden Kriterien wie Methanausbeute, Stromproduktion, Restgaspotential, Betriebsergebnis und Wärmenutzung herangezogen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Biogaserzeugung einen wirtschaftlich sehr interessanten Betriebszweig der Landwirtschaft darstellt, dass aber die Vergütung durch das EEG keine Garantie für einen wirtschaftlichen Erfolg der Anlage ist. Neben der Verfügbarkeit kostengünstiger Substrate sind vor allem ein störungsarmer Betrieb, eine effiziente Substratausnutzung sowie eine optimale Auslastung der Anlage wichtig für ein positives Betriebsergebnis. Einige Ansätze dazu: Langfristige Abschätzung von Verfügbarkeit und Kosten der Substrate; lange Verweilzeiten im Fermenter oder ein gasdicht abgedecktes Gärrestlager; zusätzliche Nutzung der Wärme neben der Stromerzeugung; Ersatz von teurem Mineraldünger durch den Gärrest aus Biogasanlagen.


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Letzte Änderung 16.09.2015