Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel

Die Studie des Deutschen Umweltbundesamts beschreibt wissenschaftliche Grundlagen und Vorschläge zu Anforderungen an nachhaltig genutzte Biomasse sowie zu deren Implementierung auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. Die Inhalte wurden vom Öko-Institut (Darmstadt) und dem Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU, Heidelberg) von 2007 bis 2010 im Dialog mit relevanten Akteuren und Experten aus über 20 Ländern erarbeitet und diskutiert.

Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel

Die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und das Spektrum ihrer Anwendung weitet sich durch ambitionierte Ausbauziele Deutschlands, der EU und den USA sowie einiger Entwicklungsländer stark aus. Parallel dazu wächst der globale Handel mit biogenen Rohstoffen und Energieträgern. Dies führt nicht nur in Europa, sondern auch international zu ökologischen und sozialen Zielkonflikten. Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, wissenschaftliche Grundlagen und Entscheidungshilfen für die politische / administrative Festlegung und Verankerung von Nachhaltigkeitsstandards bereitzustellen sowie anwendungsorientierte Zertifizierungssysteme für nachhaltige Biomasse im internationalen Handel zu entwickeln und zu implementieren. Betrachtet wird die gesamte gehandelte Biomasse. Inhaltlich stehen die Umweltthemen Treibhausgas-Minderung, Erhalt der Biodiversität und der Wasserressourcen im Vordergrund. Die Ergebnisse sind im Dialog mit relevanten Akteuren und internationalen Experten erarbeitet und in internationale Prozesse eingebracht worden.

Die Arbeit empfiehlt in ihrem Fazit unter anderem, sich strategisch auf „Globalisierung“ und Harmonisierung von Klimaschutzanforderungen und den flächenbezogenen Schutz der Biodiversität beim Biomasseanbau zu konzentrieren. Der zweite strategische Ansatz ist der Einbezug zentraler Nachhaltigkeitsfragen von Biomasse in die bestehenden globalen Konventionen. Zertifizierungssysteme können bislang keine ausreichenden Regelungen bieten, da dies handelsrechtliche Probleme bedingen würde. Projektbezogene Nachhaltigkeitsstandards sind als Ergänzung wichtig, um durch die Demonstration von best practices die "Reichweite" der gesetzlichen Regelungen auszudehnen. Die Entwicklung steht erst am Anfang.


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Letzte Änderung 16.09.2015