Biofuels Barometer

In der EU laufen grosse Anstrengungen, um die fossilen Treibstoffe Benzin und Diesel durch Biotreibstoffe zu ersetzen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten aktuellen Entwicklungen in der Biotreibstoffproduktion zusammen. Der Bericht ist auf Englisch und Französisch erhältlich.

Biofuels Barometer

Der gesamte Biotreibstoffkonsum der EU wächst kontinuierlich und hat im 2010 13.9 Mt erreicht. Es ist jedoch ein Rückgang der Zuwachsraten zu beobachten. Während diese zwischen 2007 und 2008 noch bei 42.8% lagen, betrugen sie zwischen 2008 und 2009 noch 28.9% und lagen von 2009 bis 2010 nur noch bei 13.6%. Nur wenige Länder, 7 von 27, konnten bis jetzt das gesetzte Ziel einer Beimischungsquote von 5.75% bis im 2012 erfüllen. Die übrigen Länder haben noch bis Januar 2012 Zeit, um dieses Ziel zu erreichen. Danach wird die Zielvorgabe durch eine Beimischungsquote von 10% bis im Jahr 2020 ersetzt. Von den Biotreibstoffen macht Biodiesel mit über drei Viertel (77.3% oder 10’742 kt) den grössten Anteil aus, gefolgt von Bioethanol (21.1%,oder 2’934 kt). Kleinere Anteile sind pflanzliches Öl (1.3% bzw. 178 kt) und Biogas (0.4% bzw. 49 kt). Diese Zahlen sind für jedes Land aufgezeigt, wobei Öl und Biogas unter „Andere“ zusammengefasst werden.

Die neue EU-Richtlinie über erneuerbaren Energien hat weitreichende Auswirkungen auf dem Biotreibstoffmarkt. Als Antwort auf die die starke internationale Kritik wurden wichtige Vorgaben im Sinne der Nachhaltigkeit ausformuliert. Beispielsweise werden Biotreibstoffe, deren Treibhausgaseinsparungen nicht mehr als 35% im Vergleich zu Benzin oder Diesel ausmachen, nicht als Biotreibstoffe bilanziert und auch nicht subventioniert. Wichtig hierbei ist insbesondere, dass der ganze Produktionszyklus betrachtet wird. Im 2017 soll diese Grenze auf 50% angehoben werden und ab 2018 60% betragen. Des Weiteren sind in den Richtlinien auch Landtypen aufgelistet, die nicht für die Biotreibstoffproduktion genutzt werden sollen, namentlich Schutzzonen, naturbelassene Wälder, Feuchtgebiete und Moore.
Noch sind Deutschland und Österreich jedoch die einzigen Länder, die die Verpflichtungen der erneuerbaren Energien Richtlinien in ihre nationale Gesetzgebung übernommen haben. Schweden und UK sollen demnächst folgen.


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Letzte Änderung 16.09.2015