Bioenergy, Land Use Change and Climate Change Mitigation

Die Energiepflanzenproduktion ist in die Kritik gelangt, da damit verbundene Landnutzungsänderungen zu zusätzlichen Treibhausgasemissionen führen. Damit wurde der Sinn der Energiepflanzenproduktion für den Klimaschutz in Frage gestellt. Das Ziel der Autoren ist es, das Thema aus einem möglichst unvoreingenommenen Blickwinkel aufzuzeigen und daraus offizielle Empfehlungen für politische Entscheidungsträger abzuleiten.

Bioenergy, Land Use Change and Climate Change Mitigation

Die nachhaltige Nutzung von Bioenergie ist eine grosse Chance, um fossile CO2-Emissionen zu verringern. Erste Voraussetzung ist, dass dadurch tatsächlich fossile Energie ersetzt wird. Eine zweite Voraussetzung ist, dass die mit den Landnutzungsänderungen verbundenen Emissionen gering gehalten werden. Landnutzungsänderungen können direkt und indirekt anfallen. Direkte Landnutzungsänderungen betreffen die Änderungen vor Ort, während indirekte Landnutzungsänderungen auch solche Änderungen umfassen, die als Konsequenz anderswo anfallen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn vertriebene Bauern auf natürliche Ökosysteme ausweichen müssen. Die indirekten Effekte sind schwierig zu quantifizieren, weshalb bis heute kein Konsens über deren Grössenordnung erreicht wurde. Es ist jedoch unumstritten, dass Landnutzungsänderungen die Klimabilanz der Bioenergieproduktion beeinflusst. Dies kann für den Klimaschutz vorteilhafte, aber auch unerwünschte Konsequenzen haben.

Landnutzungsänderungen, die aus der Abholzung und der landwirtschaftlichen Produktion von Nahrungsmitteln resultieren, tragen etwa 15% der globalen Treibhausgasemissionen bei. Heute wird etwa 1% der verfügbaren Landfläche für die Produktion von Energiepflanzen genutzt. Der Anteil der Landnutzungsänderung, die mit der Bioenergieproduktion in Verbindung steht, ist daher klein.

Einige Bioenergiesysteme haben keine Landnutzungsänderung zur Folge. Dazu zählt die Verwertung von organischen Abfällen oder Nebenprodukten aus der Land- und Forstwirtschaft. Werden Energiepflanzen auf degradiertem Land angepflanzt, kann das Ausmass der Landnutzungsänderung begrenzt werden und gleichzeitig die Kohlenstoffbindung von Böden und Biomasse gefördert werden. Die Autoren sind der Ansicht, dass das Anfallen von CO2-Emissionen bei der Landnutzungsänderung kein Grund sein soll, um auf die Bioenergieproduktion ganz zu verzichten.


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Letzte Änderung 16.09.2015