Güllefeststoffvergärung in Biogasanlagen: Ein Beitrag zur Verminderung regionaler Nährstoffüberschüsse?

Die vorliegende Studie analysiert die Wirtschaftlichkeit des Güllefeststoffeinsatzes als Gärsubstrat in Biogasanlagen im Vergleich zur Vergärung von Rohgülle. Zudem wird das Potenzial der Güllefeststoffvergärung zum Abbau von Nährstoffüberschüssen in viehdichten Regionen identifiziert. Weiterhin werden Gründe für die bislang geringe Praxisrelevanz der Güllefeststoffvergärung auf der Grundlage einer Befragung von Biogasanlagenbetreibern ausgearbeitet.

Güllefeststoffvergärung in Biogasanlagen: Ein Beitrag zur Verminderung regionaler Nährstoffüberschüsse?

Die zunehmende Konzentration der Viehhaltung auf einzelne Standorte und der damit einhergehende Anstieg der Viehdichten führen in den betroffenen Regionen zu Ungleichgewichten zwischen den anfallenden Nährstoffmengen aus Wirtschaftsdüngern einerseits und der zur Ausbringung der Nährstoffe zur Verfügung stehenden landwirtschaftlich genutzten Fläche andererseits.
Der überregionale Transport von Güllefeststoffen aus Nährstoffüberschussregionen in Nährstoffbedarfsregionen und der anschliessende Einsatz von solchem Wirtschaftsdünger als Gärsubstrat in Biogasanlagen ist ein derzeit in Deutschland häufig diskutiertes Konzept, um einen überregionalen Nährstoffausgleich zu erreichen.
Die Studie zeigt, dass die Kovergärung von nachwachsenden Rohstoffen und Güllefeststoffen wirtschaftliche Vorteile haben kann. Die überregionale Nutzung von Güllefeststoffen kann zudem einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung regionaler Nährstoffüberschüsse leisten. Trotz Kenntnis dieser Vorteile verzichten zurzeit noch viele Biogasanlagenbetreiber darauf, Güllefeststoffe als Gärsubstrat einzusetzen. Als Gründe werden vor allem die fehlende Wirtschaftlichkeit genannt, obwohl Berechnungen zeigen, dass dies insbesondere bei Schweinegülle auch wirtschaftlich vorteilhaft sein kann.


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Letzte Änderung 19.01.2018