Biologisch abbaubare Werkstoffe vergären oder kompostieren?

Produkt- und sortenspezifische Beurteilung der Eignung von biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) zur Verwertung in Schweizer Biogas- & Kompostieranlagen.

Die vorliegende Studie gibt eine Übersicht über die aktuelle Situation von biologisch abbaubaren Werkstoffen in der Schweiz und erarbeitet die Grundlagen für den Entscheid ihrer Verwertung entlang der Grüngutschiene, also in Vergärungs- und Kompostierungsanlagen.

Biologisch abbaubare Werkstoffe vergären oder kompostieren?

Biokunststoffe oder richtigerweise biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) werden einerseits als nachhaltiger Weg im Übergang von fossilen zu biogenen Rohstoffen betrachtet, führen aber andererseits zu Verwirrung und Verwechslungen bei Konsumenten und Konsumentinnen sowie in der Entsorgungsbranche, da die Verwertung des Abfalls nicht eindeutig geklärt ist.

Die mengenmässig dominanten BAW-Produkte sind Behälter, Trinkbecher und Grünabfallbeutel. Bei den eingesetzten Materialien dominieren Zellulose- und Faserprodukte auf der Basis von Zuckerrohr- und Palmblättern. In der Grünabfallschiene landen geschätzt ca. 640 Tonnen BAW pro Jahr, was einem Anteil von deutlich unter einem Promille der insgesamt verarbeiteten Menge an Grüngut gleichkommt.

Die Studie zeigt, dass die zur Beurteilung der biologischen Abbaubarkeit von BAW eingesetzten Testverfahren reale Bedingungen nur ungenügend abbilden. Die Bezeichnung „biologisch abbaubar“, „kompostierbar“ und „vergärbar“ sind gemäss Studie nicht geeignet, um die tatsächliche Verwertung in Vergärungs- und Kompostierungsanlagen zu beschreiben, denn nicht alle Verwertungsanlagen sind in der Lage BAW vollständig abzubauen.


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Letzte Änderung 01.12.2018