Beurteilung von Technologien zur Phosphor-Rückgewinnung

Gesamtheitliche Beurteilung der Nachhaltigkeit und Realisierbarkeit von P-Rückgewinnungstechnologien im Schweizer Kontext

In diesem Bericht werden die Nachhaltigkeit und Integrierbarkeit verschiedener Methoden zur Phosphorrückgewinnung, welche durch eine neue Verordnung verbindlich vorgeschrieben wird, analysiert. Im Rahmen des beschriebenen Projektes werden jene Rückgewinnungsverfahren genauer evaluiert, welche aufgrund des Entwicklungsstands für eine Implementierung in der Schweiz infrage kommen. Diese werden hinsichtlich Nachhaltigkeits-Performanz und Integrierbarkeit in den Schweizer Umsetzungskontext bewertet.

Beurteilung von Technologien zur Phosphor-Rückgewinnung

Mit dem Inkrafttreten der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen wird die Rückgewinnung von Phosphor aus phosphorreichen Abfällen, d.h. Klärschlamm sowie Tier- und Knochenmehl, mit einer zehnjährigen Übergangsfrist verbindlich vorgeschrieben. Für die Rückgewinnung existieren diverse verfahrenstechnische Ansätze. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des Ansatzpunktes, (Faulwasser, Klärschlamm, Klärschlammasche) und des verfahrenstechnischen Prinzips zur Phosphorextraktion, aber auch hinsichtlich verschiedener Performanz- und umsetzungsrelevanter Kriterien.

Grundsätzlich zeigen die Resultate, dass für die Implementierung der Phosphorrückgewinnung innerhalb der zehnjährigen Übergangsfrist verschiedene Technologien zur Verfügung stehen, insgesamt werden 20 Technologien als genügend marktreif befunden.

Die Bewertung erfolgt für fünf Technologiegruppen, welche hinsichtlich der Kriterien vergleichbare Charakteristiken aufweisen (Gruppe 1: Kristallisation aus KS bzw. Schlammwasser, Gruppe 2: Säure-Aufschluss von KS mit anschliessender Kristallisation, Gruppe 3: Thermochemischer Aufschluss von KS, Gruppe 4: Säure-Aufschluss von KS-Asche, Gruppe 5: Thermochemischer Aufschluss von KS-Asche). Die Resultate umfassen detaillierte Beurteilungsprofile für alle Technologiegruppen inklusive Angaben von Daten und Informationen zur Begründung der Punktevergabe.

Die Rückgewinnungsgrade variieren von 15 % bei den aus wässrigen Medien direkt ausfällenden Verfahren bis über 90 % bei ausgewählten thermochemischen Extraktionsverfahren. Bei den Säureaufschlussverfahren (Gruppen 2 und 4) sind die Rückgewinnungsgrade stark abhängig vom Säureeinsatz. Ausser bei den direkt ausfällenden Verfahren (Gruppe 1) und wenigen weiteren Ausnahmen findet bei allen Verfahren eine effektive Abreicherung der im Klärschlammenthaltenen Schadstoffe statt.

Weiter unterscheiden sich die Verfahren wesentlich, was die Grösse und Diversität der Absatzmöglichkeiten für die rückgewonnenen Phosphor-Produkte, die Komplexität und damit die Betriebssicherheit, aber auch die Entsorgung von zusätzlich anfallenden Abfällen anbelangt.


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Letzte Änderung 03.12.2018