Emissionen rückgängig machen oder die Sonneneinstrahlung beeinflussen

Das Merkblatt der Akademien der Wissenschaft Schweiz diskutiert, ob Geoengineering sinnvoll ist und, wenn ja, zu welchem Preis. Es werden dabei zwei Ansätze beleuchtet. Der erste ist die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre, auch negative Emissionstechnologien genannt (Carbon Dioxide Removal, CDR). Der zweite Ansatz ist die Reduktion der Sonneneinstrahlung durch Reflexion einfallenden Sonnenlichtes in der Atmosphäre oder auf der Erdoberfläche (Solar Radiation Management, SRM).

  • Herausgeber: Akademien der Wissenschaften Schweiz
  • Jahr: 2018
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Emissionen rückgängig machen oder die Sonneneinstrahlung beeinflussen

 

Die angestrebte maximale Erderwärmung von 1.5°C – 2°C wird zunehmend schwieriger zu erreichen. Aus diesem Grund gewinnen Massnahmen aus dem Bereich des Geoengineering immer mehr an Interesse. Geoengineering ist ein Sammelbegriff für technische Eingriffe ins Klimasystem. Diese Eingriffe sind immer mit hohen Kosten, unbekannten Risiken und möglichen unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Die Auswirkungen sind besonders schwierig abzuschätzen, da viele der Massnahmen bisher nur in der Theorie existieren oder erst auf kleinem Massstab getestet wurden. Zusätzlich gilt es, ethische Fragen im Zusammenhang mit den regional unterschiedlichen Folgen von Geoengineering-Massnahmen zu beantworten. Das Problem ist zudem eine Generationenfrage, da mit einer Einplanung von Geoengineering die Verantwortung für die Reduktion der Emissionen faktisch der nächsten Generation übergeben wird. Daher dürfen Geoengineering-Massnahmen keinesfalls als Ersatz für eine rasche Emissionsverringerung angesehen werden. Massnahmen im Bereich des Solar Radiation Management sind bis auf Weiteres ethisch nicht vertretbar. Carbon Dioxide Removal (CDR) könnte in einem gewissen Rahmen möglich und sinnvoll sein. Es braucht jedoch noch einiges an Wissen und Technologieentwicklung, bevor CDR grossflächig zum Einsatz kommen kann.


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Letzte Änderung 20.01.2020