Auswirkungen der Trinkwasserinitiative auf Landwirtschaftsbetriebe

Diese Fallstudie wurde vom Schweizer Bauernverband in Auftrag gegeben mit dem Ziel die wirtschaftlichen Folgen der Trinkwasserinitiative abzuschätzen. Dazu wurden in verschiedenen Szenarien aufgezeigt, welche Strategien landwirtschaftliche Betriebe im Falle einer Annahme der Initiative verfolgen könnten und was die wirtschaftlichen Folgen davon wären.

Auswirkungen der Trinkwasserinitiative auf Landwirtschaftsbetriebe

 

Die 2018 eingereichte Trinkwasserinitiative heisst mit vollem Namen «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz». Die Initiative fordert den Verzicht auf prophylaktischen Antibiotikaeinsatz und Pestizide in der Landwirtschaft. Dies betrifft zum Teil auch Pestizide, die im Bio-Landbau eingesetzt werden. Weiter dürften auf einem Betrieb nur noch so viele Tiere gehalten werden, wie von hofeigenem Futter ernährt werden können. Betriebe, die die Vorgaben nicht umsetzen können, bekämen keine Direktzahlungen und Subventionen mehr.

Um die wirtschaftlichen Folgen abzuschätzen, wurde in einer Fallstudie betrachtet, für welche Strategie sich elf exemplarische Betriebe bei einer Annahme der Initiative entscheiden würden. Fünf der Betriebe würden sich den neuen Forderungen anpassen, vor allem, da die Direktzahlungen im Ackerbau und für Milchvieh relativ hoch sind. Sechs der Betriebe würden sich dagegen für den Verzicht auf Unterstützungsmassnahmen des Bundes entscheiden. Somit wären diese Betriebe auch vom Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) befreit. Letzterer wird für die Ausschüttung von Direktzahlungen gefordert. Diese Strategie wurde von Betrieben gewählt, die bei einem Verzicht von Pflanzenschutzmitteln mit erhebliche Ertragseinbussen zu rechnen hätten, oder für die eine Masttierhaltung ohne Zukäufe von Futtermitteln unrealistisch wäre. Zudem würden gewisse Betriebe wegen dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel auf weniger empfindliche Kulturen umsteigen.

Das Fazit der Studie ist, dass die Folgen der Trinkwasserinitiative schwierig abzuschätzen sind.


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Letzte Änderung 20.01.2020