Praxiseinführung von torfreduzierten Substraten im Zierpflanzenbau

Während die Branche in der Anwendung im Hobbybereich, im Gartenlandschaftsbau und in der Stauden- und Baumschulproduktion die Verwendung von Torf schon stark reduziert hat, stellt die Produktion von Zierpflanzen und Gemüsejungpflanzen eine grössere Herausforderung dar. Deshalb benötigt es in diesen Produktionsbereichen grössere Anstrengungen, um die chemisch-physikalischen Vorteile von Torf zu ersetzen.

Praxiseinführung von torfreduzierten Substraten im Zierpflanzenbau

 

Torfreduzierte und torffreie Substrate werden in zehn Produktionsgärtnereien gegenüber den betriebsüblichen Substraten in Beet- und Balkonkulturen getestet. Dabei wird besonders auf die Bewässerung und die Stickstoffdüngung als kritischer Punkt geachtet. Die Versuche werden mit Substratanalysen und Beratung vor Ort begleitet. Die Pflanzenqualität und die Produktionskosten werden evaluiert.

Die Projektresultate und Erfahrungen motivierten die Versuchsbetriebe zu deutlicher Torfreduktion oder zum Umstieg auf torffreie Produktion: Die Zierpflanzenproduzenten haben durchwegs positive Erfahrungen gemacht und waren motiviert, weitere Schritte zur Torfreduktion zu unternehmen. Bereits im zweiten Versuchsjahr fielen die Unterschiede vom betriebseigenen Standard- zum jeweiligen torfreduzierten oder torffreien Substrat kleiner aus. Die Substratanalysen bestätigten, dass die zu geringe Stickstoffversorgung in der Hauptwachstumsphase insbesondere in den torffreien Substraten, ein problematischer Flaschenhals ist. Deshalb war es wichtig, die Produzenten in den Anfängen zu unterstützen. Dank intensiver Beratung und engmaschigen Substratanalysen konnte bei Problemen wie hohem Salzgehalt oder sinkendem verfügbaren Stickstoff rascher eingegriffen und die Kulturführung optimiert werden. Torfreduzierte, jedoch insbesondere torffreie Substrate benötigen nebst einem veränderten Bewässerungsregime ein gutes Düngemanagement.


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Letzte Änderung 16.12.2021